Immer mehr Tageszeitungen kommen von der Printform weg und gehen online. Dies hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Das Hauptproblem ist allerdings, dass die Leser online die Artikel gratis lesen können und dadurch kein Geld mehr für die Printversionen ausgeben. Doch wie bezahlt man nun die Journalisten, wenn die Zeitungen gleichzeitig weniger Einnahmen haben?
Diese Fragen hat sich wahrscheinlich auch der Autor des Textes "Elf Vorschläge für bessere Zeitungen" gestellt.
Im Text beschreibt er elf Tipps für Zeitungen, wie sie trotz dem Druck aus dem Internet ihre Leser für sich gewinnen können.
Als Hauptursache bezeichnet er, dass immer weniger Menschen Zeit damit verbringen, Zeitungen nach Themen zu durchstöbern, die sie interessieren und immer mehr Zeit online verbringen. Die meist davon am Smartphone.
Ich denke, viele von uns kennen dieses Verhalten von sich selbst.
Man ist auf dem Heimweg im Bus oder im Zug und möchte sich über die Tagesgeschehnisse informieren. Man greift zum Smartphone und auf der App von "20 Minuten" kann man mit nur wenigen Klicks entscheiden, welche Artikel einen interessieren, welche man lesen möchte und welche für einen völlig irrelevant sind.
Man muss nicht erst zum Kiosk gehen und einen dicken Bündel Papier kaufen, aus welchem man eh nur die wenigen Artikel liest, die einen kurz und knapp über die aktuellen Weltgeschehnisse informieren. Dazu kommt, dass die riesigen Papiere nicht ganz einfach zu händeln sind.
Auf dem Smartphone kann man ganz einfach durchscrolen, und es wird einem nicht gesagt, was man lesen muss und was nicht. Denn wer gibt schon Geld für eine Artikel aus, die man eh nicht liest?!
Ja, ältere Leute, die kein Internet haben, die lesen die Zeitung in der Printform. Aber ich glaube, dass Menschen, die wirklich an der "Welt" interessiert sind, auch bereit sind, für Zeitungen in der Printversion zu bezahlen. Es geht diesen Menschen nicht darum, sich im Bus oder Zug einen kurzen Überblick zu verschaffen. Sie nehmen sich Zeit, um sich zu informieren.
Vielleicht ist das Ganze ja ein Problem unserer Gesellschaft, dass viele immer im Stress sind und permanent keine Zeit haben. Da genügt es auch, sich kurz auf 20Minuten zu informieren.
Begonnen hat es damit, dass die Zeitungen kostenlos ihre Artikel online gestellt haben, um den Lesern die Möglichkeit zu geben, sich mit ihrer Zeitung vertraut zu machen. Sie haben darauf vertraut, dass die Leser, wenn sie erst einmal ein paar Artikel gelesen haben, die Zeitung am Kiosk kaufen gehen oder sie sogar abonnieren. Doch wenn man schon gratis lesen kann, weshalb sollte man da noch etwas bezahlen?
Es stellt sich die Frage, ob die Zeitungen nicht einfach selber Schuld an der ganzen Geschichte sind. Doch einige Zeitungen existieren sogar nur online. Es erweist sich also als schwierig, einfach nicht online zu gehen, so wird riskiert, dass die Artikel gar nicht mehr gelesen werden.
Meiner Meinung nach macht man es sich ganz schön einfach, wenn man einfach sagt, die Zeitungen seien selber Schuld an der ganzen Sache, sie hätten halt von Anfang an etwas dafür verlangen sollen, dass man ihre Artikel online lesen kann. Es hat zwar etwas Wahres. Doch vor ein paar Jahren hat noch niemand geahnt, dass das Internet einmal einen so hohen Stellenwert in der Gesellschaft haben wird. Das Ganze hat sich wahnsinnig schnell entwickelt.
Für Zeitungen scheint es sehr kontraproduktiv, nicht online zu gehen. Dies schreibt auch Cordt Schnibben in seinem Artikel. Doch was kann man tun, um seine Leser davon zu überzeugen, die Zeitung wieder am Kiosk kaufen zu gehen? Wird die ursprüngliche Zeitung in der Printform "aussterben"? Es scheint ein endloses Rätselraten zu sein.
Ich würde es sehr schade finden, wenn Zeitungen in ihrer jetzigen Form verschwinden würden. Doch auch ich muss zugeben, mich schon öfters an meinem Smartphone nach den aktuellen Weltgeschehnissen auf der 20 Minuten App informiert zu haben. Jedoch lese ich die Artikel, die mich wirklich interessieren, zu Hause in aller Ruhe in einer von uns abonnierten Zeitung nach. Diese Artikel gehen dann doch oftmals mehr in die Tiefe und man ist danach besser informiert.
Guter Journalismus hat halt eben seinen Preis.
Gute kritische Reflexion des Artikels und des eigenen Leseverhaltens. Für mich bleibt aber die Frage, ob man die Papierzeitung über den Inhalt retten kann oder ob das Ganze nicht ein technisches Problem ist. Vielleicht ist das Drucken und Verteilen von Informationen als Medium einfach überholt?
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